EXZELLENZ START-UP CENTER
Vielversprechende Zwischenbilanz

Um die Start-up-Kultur an Hochschulen in Nordrhein-Westfalen mehr noch als bisher nachhaltig zu stärken, hat das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie im Jahr 2018 den Förderwettbewerb „Exzellenz Start-up Center.NRW“ durchgeführt. Im Januar 2019 hat eine von Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart eingesetzte Jury die folgenden sechs Hochschulen ausgewählt:

RWTH Aachen
Ruhr-Universität Bochum
Technische Universität Dortmund
Universität zu Köln
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Universität Paderborn

Alle sechs Hochschulen haben beim Aufbau ihrer Exzellenz Start-up Center (ESC) große Fortschritte erzielt, stellt der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e. V. fest. Dies zeigt die folgende Zusammenfassung der Ergebnisse aus dem ESC-Monitoring:

Gründungsaktivitäten in Lehre, Forschung, Transfer und Verwaltung

Die nachhaltige Verankerung der Gründungsaktivitäten erfolgte vor allem durch die Einstellung von Personal: Zusätzlich zu den bereits bestehenden gründungsrelevanten Lehrstühlen wurden weitere Professorinnen und Professoren berufen und über die Landesmittel finanziert. Darüber hinaus wurden zusätzliche Stellen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Exzellenz Start-up Centern bzw. Anlaufstellen für Gründerinnen und Gründer geschaffen. Die Einrichtung von physischen Anlaufstellen stand bei einigen Hochschulen im Fokus.

Sensibilisierung für Unternehmertum

Um Studierende, Absolventinnen und Absolventen sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für den Weg in die Selbstständigkeit zu begeistern, führen die Hochschulen zahlreiche Veranstaltungen, darunter Ideenwettbewerbe durch. Insgesamt fanden 2020 34 Wettbewerbe statt, bei denen die Teilnehme-rinnen und Teilnehmer ihre Ideen für eine Start-up-Gründung einreichen konnten. Hinzu kommt eine intensive Öffentlichkeitsarbeit, in der Regel über Webseiten und intensive Social-Media-Aktivitäten.

Erschließung des Gründungspotenzials durch Ideen-Scouting

Ideen-Scouts spüren fakultäts- und fach-bereichsübergreifend Gründungsideen auf. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Erschließung des akademischen Gründungspotenzials. Bisher sind insgesamt 30 Transferscouts, Gründungsbotschafterinnen und -botschafter sowie Gründungsberaterinnen und -berater in Köln, Münster, Paderborn und Aachen unterwegs.

Qualifizierung von Gründerinnen und Gründern

Gründungsrelevante Inhalte wie Businessplanerstellung, Ideenentwicklung, Marketing usw. wurden an allen sechs Hochschulen im Rahmen von außercurricularen und mehrheitlich curricularen Veranstaltungen angeboten. Bei Konzeption und Umsetzung sind unterschiedlich viele Fachbereiche eingebunden. In Bochum, Dortmund, Münster und Paderborn können alle Studierenden aus allen Fachbereichen curriculare Veranstaltungen besuchen. Insgesamt waren die Teilnahmezahlen in 2020 höher als erwartet, was aber auch auf die Corona-bedingte digitale Ausrichtung zurückzuführen ist.

Unterstützung der Gründungsvorhaben

Die sechs Exzellenz Start-up Center gehen bei der Unterstützung ihrer Gründungsteams unterschiedlich vor. Während fünf der Hochschulen ein oder mehrere themen- bzw. fachübergreifende Inkubationsprogramme anbieten, werden an der Ruhr-Universität Bochum alle Gründungsvorhaben durch ein individuelles Coaching begleitet. In Aachen gibt es zusätzlich themenspezifische Inkubatorprogramme. Die geförderten Hochschulen unterstützen die Gründerinnen und Gründer außerdem durch die Bereitstellung von Arbeitsplätzen.

Vernetzung von Partnern in der Wirtschaft

Alle sechs Hochschulen sind eng mit dem regionalen Start-up-Ökosystem vernetzt. Vor allem Aachen und Paderborn haben bereits viele Kooperationen mit Partnern aus Wirtschaft und Politik vereinbart. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Einbindung von Alumni, die in der Region unternehmerisch tätig sind. Ein weiterer Erfolgsfaktor ist die Vernetzung mit externen Partnern: beispielsweise mit Mentorinnen und Mentoren sowie Coaches für die Unterstützung der Gründungsvorhaben.

Positive Bilanz

Insgesamt zieht der Stifterverband in seinem ESC-Monitoring eine sehr positive Zwischenbilanz: „Alle sechs Hochschulen verzeichnen große Fortschritte bei der Umsetzung ihrer Aktivitäten. Der Fokus lag 2020 vor allem auf der Personaleinstellung und Etablierung der Strukturen. Teilweise wurden Meilensteine und Ausgabenplanungen pandemiebedingt angepasst. So konnten die meisten Veranstaltungen seit März 2020 nur digital stattfinden. Vor allem die Sensibilisierung und Vernetzung waren dadurch erschwert, da sie vom persönlichen Austausch besonders profitieren. Die Qualifizierung im Rahmen von Lehrveranstaltungen konnte in der Regel gut digital abgebildet werden, und es konnten mehr Studierende als erwartet erreicht werden.“

Tipp:

Lesen Sie mehr dazu in der Broschüre „Hochschulen in Nordrhein-Westfalen: Keimzellen für innovative Start-ups“ (PDF, 7 MB)

Stand: November 2021

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