Ruhr-Universität Bochum

WORLDFACTORY Start-up Center (WSC)

Bochum und Nordrhein-Westfalen insgesamt zu einem Innovationshub machen: Das ist das Ziel des WORLDFACTORY Start-up Center (WSC) an der Ruhr-Universität Bochum (RUB). Der Transfer von Forschungsergebnissen in erfolgversprechende gesellschaftsrelevante, nachhaltige und/oder soziale Gründungsideen steht dabei im Vordergrund. Unterstützt wird das WSC dabei durch die Förderinitiative „Exzellenz Start-up Center.NRW“.

Unter der Marke WORLDFACTORY hat sich der Innovations- und Technologietransfer der RUB schon vor Förderbeginn in der Region etablieren können. Bis Ende 2024 werden nun sämtliche Angebote für Gründerinnen und Gründer an der RUB im WORLDFACTORY Start-up Center (WSC) zusammengeführt. Ziel ist es, die Zahl der Ausgründungen von etwa 18 bis 24 im Zeitraum 2000 bis 2018 auf 29 bis 42 Start-ups pro Jahr zu steigern.

Die Ruhr-Universität Bochum schlägt mit der WORLDFACTORY einen ehrgeizigen Weg ein, die Gründungsaktivitäten zu bündeln, zu verstärken und gezielt auf die Stärken der Universität auszurichten. Ich bin überzeugt, dass sie damit ihr selbst gestecktes Ziel erreichen kann, einen Platz unter den TOP-10-Gründungsuniversitäten in Deutschland zu erreichen.

Prof. Dr. Andreas Pinkwart, ehemaliger Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen

Der Campus der Ruhr-Universität Bochum. Foto: RUB / Michael Schwettmann

Auf dem Weg zum Leuchtturm für Innovation, Transfer und Gründung

Unter Leitung der Prorektoren für Forschung, Transfer und wissenschaftlichen Nachwuchs, Prof. Dr.-Ing. Andreas Ostendorf (bis 2021) und Prof. Dr. Günther Meschke (seit 2021), wurden die folgenden Maßnahmen in Angriff genommen und erfolgreich umgesetzt:

 

Ausbau der Gründungsberatung und -unterstützung 

Die Gründungsberatung des WORLDFACTORY Start-up Center (WSC) wurde auf vier Personalstellen aufgestockt und professionalisiert. Die Beratung erfolgt nach der „Lean Start-up Methodik“. Dabei wurde ein campusweiter Beratungsprozess für alle Beraterinnen und Berater entlang eines gemeinsamen Leitbildes für gute Gründungsberatung etabliert.

„Wir hatten im WORLDFACTORY Start-up Center in Bochum das Glück, dass wir direkt zu Projektbeginn die Stellen in der zentralen Gründungsberatung mit einem dynamischen und sehr engagierten Team besetzen konnten. 2021 konnten wir so bereits fast 400 Beratungstermine mit über 100 Gründungsvorhaben durchführen, aus denen 42 Gründungen hervorgegangen sind. Damit haben wir unser Ziel für 2024 bereits zur Halbzeit erreicht.“

Prof. Dr. Meschke, Prorektor für Forschung und Transfer an der Ruhr-Universität Bochum

RUB Makerspace auf 1.800 qm erweitert

Das ehemalige Opel-Verwaltungsgebäude auf Mark 51°7 wurde zum zentralen Ort für Kreativität und interdisziplinären Austausch ausgebaut. Auf 1.800 qm lädt dort einer der bundesweit größten Makerspaces Deutschlands seit dem Sommersemester 2022 Hochschulangehörige, Unternehmen und die breite Öffentlichkeit zum Zusammenkommen, Austauschen und kreativen Arbeiten ein. Werkstätten, Co-Working-Flächen und Projekträume geben Raum zum Experimentieren und zur Entwicklung von Prototypen. Insgesamt stehen fünf Werkstätten, darunter eine Holz-, Metallbau- sowie eine Elektrotechnikwerkstatt, zur Verfügung.

Role Model- und Mentoren-Netzwerk

Seit 2019 wurden mehr als 70 Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem regionalen Start-up Ökosystem als Role Models gewonnen. Sie sensibilisieren und motivieren Studierende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für das Thema Gründung und stehen den Gründungsteams als Mentorinnen und Mentoren zur Verfügung.

Neue Fachinkubatoren eröffnet

Nach dem Vorbild des seit 2017 bestehenden Inkubators Cube5 zum Thema IT-Sicherheit konnten inzwischen vier weitere Inkubatoren ihre Arbeit aufnehmen. Sie bieten den Gründungsteams Beratung, Räume und Ausstattung für Forschung und Produktion sowie Netzwerke und Marktzugänge. Die Angebote richten sich an Studierende, Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler und Ehemalige der RUB, sie sind aber auch offen für bestehende Start-ups.

Start4Chem wendet sich insbesondere an Studierende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Fakultät für Chemie und Biochemie und an chemieorientierte Gründungsinteressierte. Start4Chem möchte für das Thema Gründung sensibilisieren sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlerinnen beim Transfer ihrer Forschungsergebnisse in die Anwendung - via Gründung - zu unterstützen. Neben einer Lehrveranstaltung zur Sensibilisierung von Studierenden und Promovierenden bietet Start4Chem Gründungsinteressierten Einzelfallberatungen in Kooperation mit der WSC-Gründungsberatung an. Außerdem realisiert Start4Chem im Rahmen einer Ruhrkonferenzmittel-Förderung den Betrieb von Labor- und Coworking-Flächen auf insgesamt 400 qm.

Smart Systems startete 2020 und wird in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinsamen Arbeitsstelle RUB/IGM vom Lehrstuhl für Produktionssysteme geleitet. Smarte Systeme sind ein zentraler Bestandteil der Industrie 4.0 und vernetzen und unterstützen den digitalen Austausch zwischen Mensch und Maschine in Echtzeit. Der Inkubator Smart Systems nutzt bei der interdisziplinären Beratung und Unterstützung der Gründungsteams die einzigartige Infrastruktur der LPS Lern- und Forschungsfabrik der RUB (LFF).

Materials fördert Innovationen in der Materialwissenschaft. Die Gründungsteams profitieren von der Verbindung des Inkubators zu „Material"-Start-ups, Unternehmen und dem Materials Research Department (MRD) der RUB. Der Inkubator hat seine Coaching- und Kreativräume in einem der neuesten Forschungsgebäude der Ruhr-Universität, dem Zentrum für Grenzflächendominierte Höchstleistungswerkstoffe, kurz ZGH. Dort entwickeln Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler neuartige Werkstoffe mit bisher ungenutzten Eigenschaften.

Team des Inkubators Materials sowie Gründungsinteressierte, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Industrievertreterinnen und -vertreter am Material Research Day 2022 im ZGH. Foto: Nina Noskowiak

Health+ ist der neue Inkubator, der sich an Gründungsteams im Bereich Healthcare, Life Science und Medizintechnik wendet. Verbesserungen der Lebensqualität und der Gesundheit stehen hier im Mittelpunkt. Der Inkubator ist fachlich an die Neuro- und Kognitionswissenschaften sowie die Medizin angebunden und wird über die Professur für Neurotechnologie koordiniert. Der Inkubator hat seinen Sitz in einem Verwaltungsgebäude in der Nähe des RUB-Campus.

FACE@RUB steht für Female Academic Entrepreneurs. Der Inkubator bietet gründungsinteressierten Studentinnen und Nachwuchswissenschaftlerinnen eine Plattform, um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und mit erfahrenen Gründerinnen und Expertinnen in Kontakt zu kommen. Eine Summerschool, ein Mentoringprogramm sowie Projektseminare bieten Frauen vielfältige Möglichkeiten, ihre Gründungsideen weiterzuentwickeln.

Weiterbildungsangebote und Zertifikatskurse

Die Akademie der Ruhr-Universität bietet im Rahmen des ESC-Förderprojekts das modulare Weiterbildungsangebot „Entrepreneurship und Gründung“ für Studierende und Mitarbeitende der RUB kostenlos an. Das Angebot ist auch für Externe zugänglich und entspricht allen Inhalten, die in Inkubationsprogrammen zum Standard gehören. Im Sommer 2020 startete auch der Zertifikatskurs „Chief Innovation Manager“. Gründungsinteressierte und Start-ups können über ein Stipendien-Programm kostenlos am Kurs teilnehmen.

 

Proof it – Förderprogramm für studentische Ideen

Das Förderprogramm „Proof it“ ist Bestandteil der Gründungsbetreuung des WORLDFACTORY Start-up Centers. Es vermittelt gründungsinteressierten Studierenden aller Fakultäten die notwendigen Skills für die erfolgreiche Umsetzung einer Gründung. Die Förderung beinhaltet sowohl Sach- als auch Reisekosten für Produktentwicklungen, Marketingausgaben und Veranstaltungsteilnahmen in ihrer Zielbranche.

„Der RUB Makerspace ist ein Ort, an dem junge Menschen ihre Ideen verwirklichen, experimentieren und ihrer Kreativität freien Lauf lassen können. Dort werden wir völlig andere Räume herrichten als wir sie von unserer Hochschule gewohnt sind. Hier werden z.B. Kreativ-, Workshop-, Seminarbereiche und Freiflächen geschaffen, um möglichst viel Kreativität zu entfalten.“

Prof. Dr. Günther Meschke, Prorektor für Forschung & Transfer an der Ruhr-Universität Bochum

Transfer- und Gründungsscout

Transfer- und Gründungsscouts sollen an allen 20 Fakultäten der RUB die Professorenschaft zur Förderung von Gründungsaktivitäten motivieren. An der Schnittstelle von Wirtschaft und Wissenschaft sollen dadurch Bedarfe sowie Trends leichter identifiziert werden können und auf die Agenda gelangen. Zu den weiteren Aufgaben des Scouts zählen die Teilnahme an Veranstaltungen sowie der Ausbau des Netzwerks.

 

Start-up-freundliche Prozesse, Strategien und Verwaltung

Gründungsbezogene Anfragen nimmt das zentrale Team des WSC entgegen und vermittelt die Gründungsinteressierten an geeignete Ansprechpartner. Diese begleiten die Gründerteams individuell und in dem Tempo, wie sie es neben Studium und Forschung zeitlich vereinbaren können. Darüber hinaus ermöglicht ein bedarfsorientiertes, modulares Coaching- und Veranstaltungsangebot ein hohes Maß an Selbstbestimmung im Gründungsprozess.

Auch die internen Unterstützungsprozesse werden gründungsfreundlicher gestaltet. Dazu gehören u. a. standardisierte Abrechnungsmodelle für die Nutzung von hochschuleigenen Maschinen und Laboren, vereinfachte Zugänge zum RUB Makerspace und die kostenfreie Nutzung von Stellenanzeigen im RUB-Jobportal.

Projektraum für Gründungsteams und Mitarbeitende im O-Werk auf Mark 51°7, Foto: RUB / Marquard

Seit dem Sommersemester 2022 stellt das WSC in Kooperation mit der Bochum Wirtschaftsentwicklung Gründenden außerdem kostenfreie Büroflächen im O-Werk und in der Bochumer Innenstadt zur Verfügung.

Für einen gezielten strategischen Umgang mit Patenten und anderen Schutzrechten wurde eine gründungsfreundliche IP- und Verwertungsstrategie formuliert. Sie dient der transparenten Darstellung verwaltungsinterner Prozesse und bietet Planungssicherheit für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Investoren.

Transferpreis der RUB

Der Transferpreis der RUB wird Universitätsangehörige und Start-ups würdigen, die sich überdurchschnittlich für Transfer, Praxisorientierung oder Gründungsförderung an der RUB engagieren. Die Auftaktveranstaltung soll 2022 stattfinden.

 

Entrepreneurship Education in allen Fakultäten verankern

Die Entrepreneurship Education hat sich zum Ziel gesetzt, Entrepreneurship in der Lehre an der RUB zu verankern. Dazu werden viele unterschiedliche Projekte und Maßnahmen in verschiedenen Lehrstühlen und Fakultäten gefördert.  Im „Think Space“, einem Simulationslabor und Escape Room am Institut für Arbeitswissenschaft und dem Lehrstuhl für analytische Chemie, – könnenStudierende zum Beispiel die Herausforderungen von Start-ups in verschiedenen Szenarien kennenlernen und erproben. Das Uniprogramm „Innovative Praxisprojekte“ stellt Transfer und Praxis in den Fokus. In den Seminaren entwickeln Studierende Ideen zu gesellschaftlichen Herausforderungen unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen.

 

Jenseits von ESC.NRW

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz unterstützt die RUB seit August 2020 über das Förderprogramm EXIST Potentiale. Ziel ist es, die globale Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu verbessern, die spezifischen Standortstärken beim Transfer international sichtbar zu machen und die innovativsten Entrepreneure insbesondere aus dem Ausland vom Gründungsstandort Bochum zu überzeugen. In diesem Zusammenhang findet jährlich der ruhrSUMMIT statt. An demn internationalen B2B-Kongress nehmen über 4.000 Besucherinnen und Besucher teil. Die Veranstaltung wird in Kooperation mit dem ruhrHUB und anderen Akteuren aus dem Start-up Ökosystem des Ruhrgebiets durchgeführt.

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Hochschulen in Nordrhein-Westfalen: Keimzellen für innovative Start-ups Download

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Das Worldfactory-Start-up Center (WSC) an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) ist eines der sechs vom Land Nordrhein-Westfalen ausgezeichneten Exzellenz Start-up Center.NRW.

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