Ruhr-Universität Bochum

Projekt „WORLDFACTORY Start-up Center (WSC)“

Die One-Stop Agency WORLDFACTORY der Ruhr-Universität Bochum (RUB) wird sich in den nächsten Jahren mit Unterstützung der Förderinitiative „Exzellenz Start-up Center.NRW“ zu einem überregionalen und exzellenzbasierten Leuchtturm für Innovation, Transfer und Gründung entwickeln. Die Zahl der Ausgründungen soll um 50 Prozent von etwa 24 auf 36 pro Jahr steigen.

Unter der Leitung des Prorektors für Forschung, Transfer und wissenschaftlichen Nachwuchs werden sämtliche Angebote für Gründerinnen und Gründer an der RUB im WORLDFACTORY Start-up Center (WSC) zusammengeführt. Die Basis dafür ist vorhanden: Unter der Marke WORLDFACTORY hat sich der Innovations- und Technologietransfer der RUB bereits in den letzten Jahren in der Region etablieren können.

Die Ruhr-Universität Bochum schlägt mit der WORLDFACTORY einen ehrgeizigen Weg ein, die Gründungsaktivitäten zu bündeln, zu verstärken und gezielt auf die Stärken der Universität auszurichten. Ich bin überzeugt, dass sie damit ihr selbst gestecktes Ziel erreichen kann, einen Platz unter den TOP-10-Gründungsuniversitäten in Deutschland zu erreichen.

Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen

Der Campus der Ruhr-Universität Bochum. Foto: RUB / Michael Schwettmann

Auf dem Weg zum Leuchtturm für Innovation, Transfer und Gründung

Unter Leitung des Prorektors für Forschung, Transfer und wissenschaftlichen Nachwuchs, Prof. Dr.-Ing. Andreas Ostendorf, wurden die folgenden Maßnahmen in Angriff genommen und zum Teil bereits erfolgreich umgesetzt:

Ausbau der Gründungsberatung und -unterstützung 

Die Gründungsberatung WORLDFACTORY Start-up Center (WSC) wurde auf vier Personalstellen aufgestockt und professionalisiert. Das bedeutet, die Beratung erfolgt nach der „Lean Start-up Methodik“. Dabei wurde zusammen mit den Fachinkubatoren ein einheitlicher Beratungsprozess für alle Beraterinnen und Berater, entlang eines gemeinsamen Leitbildes für gute Gründungsberatung etabliert. Fachspezifische Fragen werden durch Coaches aus dem WSC-Netzwerk beantwortet. Das MakerSpace-Team bietet Gründerinnen und Gründern die Möglichkeit, Prototypen zu entwickeln. Zur Qualitätssicherung stehen einheitliche Dokumente zur Erfassung der Beratungsleistungen und Anfragen sowie Coachingvereinbarung zwischen Coach und Ratsuchenden zur Verfügung.

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Wir hatten im World Factory Start-up Center in Bochum das Glück, dass wir direkt zu Projektbeginn im September 2019 die Stellen in der zentralen Gründungsberatung mit einem dynamischen und einem sehr engagierten Team besetzen konnten. Seit September konnten wir so bereits um die 200 Beratungstermine durchführen und haben auch aktuell um die 30 aktive Teams, die diese Unterstützungsangebote wahrnehmen. Zehn Teams sind auch mittlerweile in den Gründungsinkubatoren betreut und haben dort ganz fachspezifisch die Möglichkeit, ihre Ideen weiterzuentwickeln."

Prof. Dr. Andreas Ostendorf, Prorektor für Forschung, Transfer und wissenschaftlichen Nachwuchs an der Ruhr-Universität Bochum          

Proof it - Förderprogramm für studentische Ideen

Im dritten Quartal 2020 ist das Förderprogramm „Proof it" gestartet. Die Förderung ist Teil der Gründungsbegleitung des World Factory Start-up Centers der RUB und bietet gründungsinteressierten Studierenden einen Experimentierraum. Studierende und Promovierende aller Fakultäten werden grundlegende Fähigkeiten für die erfolgreiche Umsetzung einer Gründung vermittelt. Darüber hinaus werden sie bei ihren ersten Gründungsschritten begleitet und unterstützt. Die Förderung beinhaltet sowohl Sach- als auch Reisekosten, damit die Teams erste Kontakte in ihrer Zielbranche knüpfen sowie Prototypen auf Messen und Konferenzen vorstellen können.

Role Model- und Mentoren-Netzwerk

Im Jahr 2019 konnten bereits 40 Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem regionalen Start-up Ökosystem als Role Models gewonnen werden, um Studierende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für das Thema Gründung zu sensibilisieren und zu motivieren. Dabei handelt es sich größtenteils um GründerInnen mit RUB-Hintergrund. Die Hälfte der Unternehmerinnen und Unternehmer stehen darüber hinaus den Gründungsteams als Mentorinnen und Mentoren zur Verfügung.

Neue Inkubatoren

Nach dem Vorbild des seit 2017 bestehenden Inkubators Cube5 zum Thema IT-Sicherheit konnte der Inkubator Start4Chem direkt zu Projektbeginn im September 2019 die Arbeit aufnehmen und erste Veranstaltungen und Beratungen durchführen. Zeitversetzt dazu haben die Inkubatoren Smart Systems und Materials in 2020 ihre Arbeit aufgenommen. Der fünfte Inkubator Health & Care wird verzögert durch die Corona-Pandemie erst zu Beginn 2021 starten.

Zertifikatskurs „Chief Innovation Manager“

Im Sommer 2020 startete der Zertifikatskurs „Chief Innovation Manager“ der Akademie der Ruhr-Universität im Rahmen des Weiterbildungsangebots „Entrepreneurship und Gründung“ für Studierende und Mitarbeitende der RUB. Für Gründungsinteressierte und Start-ups wurde ein Stipendien-Programm entwickelt, das eine kostenfreie Teilnahme an dem Kurs ermöglicht.

Erweiterung des Makerspace

Das ehemalige Opel-Verwaltungsgebäude Mark 51°7 wird zum zentralen Ort für Kreativität und interdisziplinären Austausch ausgebaut. Mit 1.800 qm wird dort einer der bundesweit größten Makerspaces Deutschlands für die nationale und internationale Gründerinnen- und Gründer-Community in der Nähe des RUB-Campus errichtet. Auf zwei Etagen entstehen Werkstätten und Projekträume zum Tüfteln, Basteln, Experimentieren und zur Entwicklung von Prototypen. Insgesamt werden fünf Werkstätten, darunter eine Holz-, Metallbau- sowie eine Elektrotechnikwerkstatt zur Verfügung stehen. Zur Ausstattung zählen auch Bereiche zur Textilbearbeitung, zur Erstellung von Printprodukten, 3D-Drucker, Lasercutter sowie VR- und AR-Experimentierfelder. Neben dem Makerspace haben das Centrum für Entrepreneurship, Innovation und Transformation (CEIT) und die RUB Academy Räumlichkeiten im Mark 51°7 bezogen. Die Werkstätten befinden sich derzeit im Aufbau.

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„Der Maker Space soll ein Ort werden, wo junge Menschen ihre Ideen verwirklichen können, wo sie experimentieren können und wo sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen können. Dort werden wir völlig andere Räume herrichten als wir das normalerweise hier von unserer Hochschule gewohnt sind. Hier werden z.B. Kreativbereiche geschaffen werden, hier werden Workshop-Bereiche, Seminarbereiche, aber auch Freiflächen geschaffen, um möglichst viel Kreativität zu entfalten."

Prof. Dr. Andreas Ostendorf, Prorektor für Forschung, Transfer und wissenschaftlichen Nachwuchs an der Ruhr-Universität Bochum

Transfer- und Gründungsscout

Ein Transfer- und Gründungsscout soll an allen 20 Fakultäten der RUB die Professorenschaft zur Förderung von Gründungsaktivitäten zu motivieren. An der Schnittstelle von Wirtschaft und Wissenschaft sollen dadurch Bedarfe sowie Trends leichter identifiziert werden können und auf die Agenda gelangen. Zu den weiteren Aufgaben des Scouts zählen die Teilnahme an Veranstaltungen sowie der Ausbau des Netzwerks.

Entrepreneurship-Weiterbildung an der Akademie der RUB

Die bereits bestehende Akademie der Ruhr-Universität konzipiert und erprobt im Rahmen des ESC-Förderprojekts das modulare Weiterbildungsangebot „Entrepreneurship und Gründung“ für Studierende und Mitarbeitende der RUB. Die Weiterbildungsmodule sind auf die Wissens- und Kompetenzbedürfnisse der einzelnen Gründungsphasen abgestimmt.

Start-up-freundliche Verwaltung

Eine „One-Stop-Agency“ nimmt alle Anfragen entgegen bzw. lotst alle Gründungsinteressierten zu geeigneten Ansprechpartnern. Verwaltungsprozesse werden gründungsfreundlicher gestaltet. Dazu gehören standardisierte Abrechnungsmodelle für die Nutzung von hochschuleigenen Maschinen und Laboren, vereinfachte Zugänge zum Makerspace und die kostenfreie Nutzung von Stellenanzeigen im RUB-Jobportal Stellenwerk für den Auf- und Ausbau des eigenen Unternehmens.

RUB Kick-Off World Factory mit Marc Seelbach, Axel Schölmerich, Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Yvonne Brauckhoff, Fabian Tode
v.l.n.r.: Marc Seelbach, admin. Projektleitung WSC, Axel Schölmerich, Rektor der RUB, Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie, Yvonne Brauckhoff, Start-up Coach im WSC, Fabian Tode, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit WSC. Foto: Michael Schwettmann

Start-up-freundliche IP- und Verwertungsstrategie

Die IP- und Verwertungsstrategie der RUB soll gründungsfreundlicher werden. So werden zum Beispiel Vertragsentwürfe vereinheitlicht und die Patentberatung für Gründungsteams verbessert.

Entrepreneurship Faculty

Die Entrepreneurship Faculty (EF) wird Universitätsangehörige und Start-ups würdigen, die sich überdurchschnittlich für Transfer, Praxisorientierung oder Gründungsförderung an der RUB engagieren. Als Mitglieder der EF werden sie auf der Homepage der RUB präsentiert. Insbesondere Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler können die Mitgliedschaft in der EF für ihren beruflichen Lebenslauf nutzen. Die Auftaktveranstaltung soll im ersten Quartal 2021 stattfinden.

Entrepreneurship Education

Im Projekt „Collaboration Space“ wird das Institut für Arbeitswissenschaft zusammen mit dem Lehrstuhl für analytische Chemie II ein Lernlabor aufbauen, in dem Studierende der Natur- und Geisteswissenschaften die Herausforderungen von Start-ups in B2B-Wertschöpfungsnetzwerken kennenlernen und gemeinsam an Lösungen arbeiten. Gefördert wird auch ein Jura-Projekt, in dem eine Unternehmensnachfolge nach rechtlichen Gesichtspunkten möglichst praxisnah durchgespielt wird. Studierende der Fakultät für Philologie wirken bei der Organisation und Durchführung eines Literaturfestivals mit, um für ein mögliches späteres Berufsfeld erste Einblicke in die Kulturwirtschaft zu erhalten. An der Fakultät für Philosophie und Erziehungswissenschaft wird gemeinsam mit dem Institut für Arbeitswissenschaft und der Medizinischen Fakultät ein campusweites Zentrum für simulationsbasierte Lehre entstehen. Studierende sollen dort die Möglichkeit erhalten, in interdisziplinären Teams aktiv an der Gründung des Zentrums mitzuarbeiten. Und die Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik wird im Rahmen von Praxistagen die Lücke zwischen theoretischer Wissensvermittlung und praxisnahen Problemstellungen in der Studieneingangsphase schließen.

Jenseits von ESC.NRW

Die RUB wird seit August 2020 über das Förderprogramm EXIST Potentiale  des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie unterstützt. Ziel ist es, die globale Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu verbessern, die spezifischen Standortstärken beim Transfer international sichtbar zu machen und die innovativsten Entrepreneure insbesondere aus dem Ausland vom Gründungsstandort Bochum zu überzeugen.

Logo von Worldfactory

Kontakt

Ruhr-Universität Bochum

Prorektor für Forschung, Transfer und wissenschaftlichen Nachwuchs

einrichtungen.ruhr-uni-bochum.de

www.worldfactory.de

RUB: Unternehmensgründung in der Worldfactory
Die Worldfactory an der Ruhr-Universität Bochum fördert den Unternehmer/-innen- und Gründer/-innengeist von Studierenden.

28.06.2021 Event/Wettbewerb, R U B

RUB-Start-up „House of Plasma“ wird zweimal ausgezeichnet

Die Ausgründung „House of Plasma“ der Ruhr-Universität Bochum (RUB) hat am 17. Juni 2021 nicht nur den ersten Platz beim Senkrechtstarter-Wettbewerb geholt. Das Team wurde außerdem als beste Hochschulausgründung ausgezeichnet und erhielt dafür einen Sonderpreis. House of Plasma sind Dr. Moritz Oberberg, Maria Schnober und Geoffrey Mellar, die gemeinsam die Unternehmensgründung in Angriff nehmen.

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