RWTH Aachen University

Projekt „Building Europe’s leading integrated Tech Incubator“

Gründungsteams mehr noch als bisher passgenau unterstützen: Das ist das Ziel der RWTH Aachen. Darüber hinaus wollen die Aachener Gründungsakteure ihre umfangreichen Gründungsaktivitäten mit Hilfe der Förderinitiative „Exzellenz Start-up Center.NRW“ (ESC) intensivieren. Das Fundament dafür bildet das Leitbild der Exzellenzstrategie (Maßnahme 8) der RWTH. Es wurde um die beiden zentralen Bestandteile - unternehmerisches Denken und Handeln - ergänzt.

Der Name des ESC-Projekts „Building Europe’s leading integrated Tech Incubator“ ist dabei wortwörtlich zu verstehen: Die bereits im Aufbau befindlichen Fachinkubatoren, der RWTH Aachen Campus mit über 400 Unternehmen und das breite Netzwerk an Partnern sollen zu einem integrierten Inkubator entwickelt werden. Die gründungsfördernden Maßnahmen für Hochschulangehörige und Studierende werden dabei von der RWTH Innovation vorangetrieben.

Durch das Zusammenspiel der RWTH Innovation GmbH mit dem Entrepreneurship Center des Lehrstuhls für Wirtschaftswissenschaften für Ingenieure und Naturwissenschaftler (WIN) der RWTH können die Aktivitäten des ESC.NRW-Projekts erfolgreich realisiert werden.
Die aktuell bereits hohe durchschnittliche Gründungsrate von jährlich über 60 Start-ups soll damit in den nächsten Jahren auf 90 ansteigen.

„Mit dem Wettbewerb ,Exzellenz Start-up Center.NRW‘ wollen wir den Universitäten des Landes die Chance geben, neben der Forschungsexzellenz auch im Bereich innovativer Gründungen Spitzenniveau zu erreichen und als Leuchtturm in die Region hineinzuwirken. Denn die internationale Erfahrung lehrt, dass nur dort führende Start-up-Hubs anzutreffen sind, wo die Universitäten eng und proaktiv in das Geschehen eingebunden sind.“

Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen

Auf dem Weg zu Europas führendem Tech-Inkubator

Die RWTH Innovation hat die folgenden Maßnahmen in Angriff genommen und zum Teil bereits erfolgreich umgesetzt:

Innovation Sprint

Der Innovation Sprint unterstützt Forschende schnell und unbürokratisch mit bis zu 90.000 Euro. Er richtet sich an Gründungsteams, die in Kooperation mit einem Lehrstuhl die Entwicklung eines Prototyps anstreben, um das Gründungsvorhaben zu validieren. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer nehmen dabei am RWTH Ideation Program teil. Es vermittelt die nötigen Grundlagen zur Entwicklung eines tragfähigen Geschäftsmodells. Der Innovation Sprint sollte innerhalb weniger Monate durchlaufen sein.

Incubation Programm

Neben der „klassischen“ Gründungsberatung gibt es seit Mai 2020 an der RWTH ein neues Incubation Programm, das mit Hilfe der Initiative „Exzellenz Start-up Center.NRW“ entstanden ist. Zwölf Gründungsteams werden dabei über 6-12 Monate von hochschulinternen Mentoren und externen Fachberatern begleitet und erhalten Zugang zur RWTH-Infrastruktur, um ihre Ideen zu marktreifen Produkten zu entwickeln.

Collective Incubator

Der Collective Incubator dient zukünftig als erste Anlaufstelle für gründungsinteressierte Studierende. Auf über 3.000 Quadratmetern werden alle gründungsrelevanten Angebote der RWTH Aachen, wie beispielsweise Coworking-Flächen, eine Prototypen Werkstatt sowie Workshopräume in einem neuen Gebäude auf dem Campus vereint. Es bietet Gründungsteams und studentischen Initiativen Raum für Innovation und Unternehmertum. Im Februar 2020 öffnete bereits eine Vorversion des Inkubators, der „Collective Incubator Pop-up“, seine Türen. Er wird von einer studentischen Initiative in der Innenstadt von Aachen betrieben. Im dazugehörigen Coworking Space haben sich bereits über 20 Start-up-Projekte einen Platz gesichert.

Fachinkubatoren und Werkstätten

RWTH-Gründungsteams stammen aus den verschiedenen Fachbereichen und haben somit unterschiedliche fachspezifische Anforderungen an Prototypen- und Produktentwicklung. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, stehen allen Teams zukünftig Werkstattflächen, Labore und eine fachspezifische Infrastruktur im Rahmen der Fachinkubatoren zur Verfügung. Zusätzlich wird ein intensiver Austausch mit MentorInnen, WissenschaftlerInnen und anderen Teams derselben Fachrichtung ermöglicht. Neben den Fachinkubatoren verfügt die RWTH über weitere Werkstätten, Labore und Technika, die im Bedarfsfall zur Verfügung stehen sollen. Dazu gehört allen voran, das FabLab Aachen zur Herstellung von Prototypen.

Seit Projektbeginn sind zwei Fachinkubatoren in Betrieb gegangen, deren Angebot kontinuierlich weiterentwickelt wird: Das Aldenhoven Testing Center richtet sich an Teams, die an den Themen (autonome) Mobilität, 5G oder auf verwandten Gebieten arbeiten. Der DigitalHUB Aachen e.V.  bietet Gründerinnen und Gründern, die sich auf Digitalisierung, Programmierung und Datenverarbeitung spezialisiert haben, Inkubationsmöglichkeiten. Der digitalHub Aachen ist übrigens ein Partner der RWTH Innovation im ESC.NRW-Projekt. Ein dritter Fachinkubator, der kurz vor der Eröffnung steht, ist der Fachinkubator RawMaterials für Teams aus dem Bereich Georessourcen und Materialtechnik.

Für das Jahr 2021 ist die Inbetriebnahme des QuinCAT-Inkubators für Teams mit Geschäftsideen im Bereich Chemie geplant. Der Fachinkubator Medizin befindet sich seit 2019 in der Anlaufphase, die entsprechenden Aktivitäten mussten Aufgrund der COVID19-Pandemie jedoch zunächst auf ein Minimum zurückgefahren werden.

Neben diesen fünf Fachinkubatoren sind bislang zwei weitere in den Bereichen Photonik und Internet of Production in Planung.

Gründermatching „Tech Side Story“

Gründungsinteressierte „Tekkies“ der RWTH treffen sich mit Studierenden einer Business-Hochschule – nicht nur, um Erfahrungen auszutauschen, sondern vor allem, um gezielt nach Teampartnern Ausschau zu halten. Ein erstes Matchmaking fand im Februar 2020 in Vallendar an der WHU – Otto Beisheim School of Management statt.

Gründungsunterstützung und Vernetzung

Die individuelle Unterstützung für Gründerinnen und Gründer soll erweitert und die Vernetzung mit Unternehmen, Business Angels, Wagniskapital-Fonds, Start-ups, Unternehmen, Akzeleratoren sowie Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Technologiezentren ausgebaut werden. Auch RWTH-externe Gründungsteams aus dem In- und Ausland sollen zukünftig Zugang zu den Angeboten erhalten und miteinander vernetzt werden.

Professionelle Gründungsberatung

In der Gründungsberatung hat sich die enge Zusammenarbeit zwischen dem WIN und der RWTH Innovation GmbH bewährt. Doktorandinnen und Doktoranden, die beruflich bereits Erfahrungen in einer Unternehmensberatung gesammelt oder selbst ein Start-up gegründet haben, stehen Gründerinnen und Gründern mit Rat und Tat zur Seite. Dabei gibt es bereits vielfältige Beratungsformate und Coachingangebote, die in den nächsten Jahren weiter ausgebaut werden.

 

 

Jenseits von ESC.NRW

Die RWTH Aachen wird seit März 2020 über das Förderprogramm EXIST Potentiale des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie unterstützt. Die Hochschule wird damit die Internationalisierung und Vermarktung seiner Gründungsaktivitäten vorantreiben und hat dazu beispielsweise das International Entrepreneurship Office (IEO) für Studierende aus dem Ausland eingerichtet, die sich in Aachen selbständig machen möchten.

 

Kontakt

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