Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Projekt „U BO GROW“

An der Universität Bonn ist man Lorbeeren für Spitzenleistungen gewohnt. 2019 wurden die Bonner von Bund und Ländern zur Exzellenzuniversität gekürt – eine von nur elf deutschlandweit, die sich durch ihre Spitzenforschung auszeichnen. Im selben Jahr erhielt die Bonner Uni den Zuschlag für die BMWi-Förderung EXIST-Potentiale  im Schwerpunkt „Potentiale heben“, um ihre Angebote für Gründungsinteressierte auszubauen. Ergänzend dazu kam im April 2021 eine Förderung im Rahmen der Initiative Exzellenz Start-up Center NRW. Rund 3,2 Millionen Euro stellt das nordrhein-westfälische Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie für das Projekt „U-BO-GROW“ bereit. Bis Ende 2024 will das Team im hochschuleigenen Transfer Center enaCom die Zahl der Ausgründungen deutlich steigern. Im Fokus stehen dabei Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die über die Gründung eines Start-ups ihre Forschungsergebnisse in der Praxis zur Anwendung bringen.

Hauptgebäude der Universität Bonn
© Lannert/Universität Bonn

Die beiden Fördertöpfe EXIST-Potentiale und Exzellenz Start-up Center NRW ergänzen sich dabei sehr gut. Während EXIST-Potentiale vor allem dazu dient, Angebote für die Gründungssensibilisierung und Ideengenerierung an der Universität Bonn aufzubauen, sollen mit Hilfe der NRW-Initiative wissenschaftsbasierte Gründungsteams, die bereits in den Startlöchern sitzen, auf den Markteintritt vorbereitet werden.

Insgesamt hat sich die Universität Bonn als Exzellenz Start-up Center NRW im Rahmen des Projekts „U-BO-GROW“ einiges vorgenommen:

Entrepreneurship Education im Curriculum verankern

Interessant ist dabei, dass im Unterschied zu vielen anderen Hochschulen, an der Universität Bonn das Thema Entrepreneurship-Education an der Landwirtschaftlichen Fakultät vorangetrieben wird. Der Fokus liegt auf der Entwicklung nachhaltiger (neuer) Technologien im Bereich der Lebens- und Futtermittel. Die dabei entstehenden technologischen Innovationen münden in nachhaltigen Wertschöpfungsketten, Produkten und Verhaltensweisen. Start-ups bieten dabei eine sehr gute Möglichkeit, diese Innovationen auf den Markt, also in die Praxis, zu bringen.

Mit Mitteln der Förderinitiative Exzellenz Start-up Center NRW soll an der Landwirtschaftlichen Fakultät im neu geplanten Institut für Nachhaltige Technologien und Unternehmertum eine Professur für Unternehmerisches Verhalten aufgebaut werden. Mittel- bis langfristiges Ziel des Instituts wird es sein, ein – auch Studierenden anderer Fakultäten der Universität Bonn zur Verfügung stehendes – Entrepreneurship-Lehrangebot zu entwickeln und im Curriculum zu verankern.

„Mehr forschungs- und technologiebasierte Gründungen aus dem und für das Rheinland – das ist unser gemeinsames Ziel. Das Projekt ‚U BO GROW‘ der Universität Bonn erschließt das große Potenzial der Universität und unterstreicht den klaren Willen von Hochschulleitung und Professorenschaft, sich in Forschung, Lehre und Transfer dem Gründungsthema noch intensiver zu widmen.“

Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen

Gründungsberatung ausbauen - „Company Building“ anbieten

Unabhängig von dem akademischen Lehrangebot können sich Gründungsteams auch direkt an das Transfer Center enaCom wenden. Um sie auf einen erfolgreichen Markteintritt vorzubereiten, wird die Transferstelle der Universität Bonn ihre Beratungskompetenzen erweitern. „Wir werden spezialisierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstellen, die mit den Gründungsteams Marktanalysen erstellen, das Business Development begleiten und juristische Themen wie Intellectual-Property-Strategien und Vertragsverhandlungen bearbeiten“, freut sich Benita Schuba, stellvertretende Abteilungsleiterin des Transfer Centers enaCom. Die finanziellen Mittel dafür kommen von der Förderinitiative Exzellenz Start-up Center NRW.

Finanzielle Unterstützung zur Erstellung von Prototypen

So vielversprechend das eine oder andere Forschungsergebnis ist: Ob es auch für die praktische Anwendung taugt, muss sich erst unter Beweis stellen. Doch die Entwicklung von Prototypen, die Durchführung von Testverfahren und weitere Entwicklungsarbeiten sind zeitaufwändig und kostenintensiv. Die Universität Bonn will ihren Gründungsteams daher mit Prototypisierungsgrants unter die Arme greifen. Mit den Ergebnissen aus dieser Förderung steigen für die Gründungsteams auch die Chancen, eine geeignete Anschlussfinanzierung wie zum Beispiel durch EXIST-Forschungstransfer und/oder durch einen Business Angel zu erhalten.

Co-Working-Labs

Ergänzend zu den bereits bestehenden Co-Working-Büros können Gründungsteams an der Universität Bonn zukünftig auch Co-Working-Labs nutzen. Benita Schuba: „Dort stehen ihnen Laborarbeitsplätze zur Weiterentwicklung ihrer Verfahren und Produkte zur Verfügung. Die geplanten Co-Working-Labs richten sich dabei vor allem an potentielle Gründerinnen und Gründer mit technologieintensiven Ideen, zum Beispiel aus den Life Sciences.“

Im Juli 2021 kam im Rahmen einer Einzelförderung der Exzellenz Start-up Initiative.NRW noch ein weiteres Projekt hinzu:

Bei dem geplanten Bonn Hub for Algorithmic Innovations in Medicine (BoHaime) handelt es sich um einen Fachinkubator für algorithmische Innovationen im medizinischen Bereich. Er konzentriert sich insbesondere auf digitale Medizinprodukte, die der EU-Medizinprodukteverordnung (MDR) unterliegen. Diese bezieht sich insbesondere auf Fragen der Patientensicherheit bei digitalen Anwendungen, die beispielsweise Informationen bereitstellen, um Entscheidungen für diagnostische oder therapeutische Zwecke zu treffen. Aufgrund ihres hohen Regulierungsgrades stellt die MDR Gründungsteams vor große Herausforderungen. Ziel von BoHaime ist es daher, Gründungsteams mit den Regularien der MDR frühzeitig vertraut zu machen und beim Eintritt in den Markt zu unterstützen. Dazu wird den Gründerinnen und Gründern ein hochspezialisiertes Team zur Seite stehen, dass die für den regulierten Bereich relevanten Kenntnisse, Verfahren und Fähigkeiten u.a. im Bereich Qualitäts- und Risikomanagement sowie Software Lifecycle Management vermittelt und sich in die Produktentwicklung einbringt. Perspektivisch soll das Modellprojekt auf die ganze nordrhein-westfälische Universitätsmedizin übertragbar sein.

Kontakt

Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Transfer Center enaCom
www.uni-bonn.de 

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