17.11.2020 | Finanzierung, Ruhr-Universität Bochum, Start-ups

Wie Unternehmensgründer von etablierten Wettbewerbern lernen können

Mann mit Frau im Gespräch
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Die Europäische Union verpflichtet Kapitalgesellschaften zur Transparenz. Davon profitieren Unternehmensgründer.

Unternehmensgründerinnen und -gründer stehen vor der schwierigen Entscheidung, wie viel Eigen- und wie viel Fremdkapital sie zur Unternehmensfinanzierung einbringen sollen. Diese Unsicherheiten können sie reduzieren, indem sie sich an den Kapitalstrukturen von etablierten Wettbewerbern orientieren, die sie den veröffentlichten Bilanzen entnehmen können. Zu diesem Schluss kommt Prof. Dr. Devrimi Kaya von der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der Ruhr-Universität Bochum gemeinsam mit Kollegen der University of Washington.

Die Wirtschaftswissenschaftler untersuchten die Kapitalstruktur von neu gegründeten und etablierten Unternehmen vor und nach einer Gesetzesänderung, welche in Deutschland die Pflicht zur Bilanzveröffentlichung strikt umsetzt.

Nach der Gesetzesänderung glichen sich die Kapitalstrukturen von neuen und etablierten Firmen innerhalb gleicher Industrien und Regionen in Deutschland stärker an als vorher. Dieser sogenannte Mimicking- oder Nachahmungseffekt war in anderen europäischen Ländern nicht zu finden. Ein Hinweis, dass deutsche Gründer die veröffentlichten Jahresabschlüsse nutzten, um sich an der Kapitalstruktur von bestehenden Unternehmen zu orientieren.

In Zusatzanalysen zeigten die Wissenschaftler, dass sich Unternehmensgründer ausschließlich an größeren und nicht an kleineren Wettbewerbern orientieren. Die Nachahmungseffekte sind stärker, wenn mehr detaillierte Informationen zur Kapitalstruktur von Wettbewerbern in den Bilanzen verfügbar sind.

 

Weitere Informationen und Quelle:
news.rub.de

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